In Erinnerung an...

Aine Caoinlan * 08.04.2003 und Hollyrood Ginger Rogers *04.10.2004

Beide  - 15.04.2017

Aine war der letzte Welpe meines ersten Wurfes und zugleich die Hündin, die ich sofort als meine bezeichnet hatte. 

 

Ginger kam knapp 2 Jahre später dazu, wir haben sie aus Kanada importiert und auch dort persönlich abgeholt. Sie sollte meine weitere Zucht ergänzen und bereichern. Und das tat sie auch.

 

Was die beiden Mädels verbindet - weswegen ich auch für sie zusammen schreibe - ist die Tatsache, dass: Aine damals freiwillig die Ziehmutter von Ginger wurde und: Dass die beiden alten Damen im stolzen Alter von 14 (Aine) und 12,5 (Ginger) Jahren gemeinsam am 15.04.2017 über die Regenbogenbrücke gegangen sind.

Sie wurden nicht krank, aber die Altersschwächen haben ihnen das Leben unwürdig gemacht und deswegen habe ich diese, für mich schwere aber doch richtige Entscheidung, getroffen.

 

Als kleine Ginger (4 Monate alt) ins unser Haus kam, biss sie zuerst Aine in die Nase. Aine blieb aber ganz locker, sie hat es zugelassen, auch wenn sie sonst keinen Widerspruch duldete:-) und begutachtete den Welpen.

Danach entschloss sie sich: Es ist meiner... Wie auch alles um sie herum. Es gehörte ALLES Aine:-)

Aine hat ab diesem Zeitpunkt immer auf Ginger aufgepasst.

Was Aine's Verhalten angeht: Das würde ich nennen als etwas mehr ausgeprägte possesive Agression.

Sie war für mich deswegen immer eine Herausforderung, aber wir kamen 14 Jahre lang wunderbar damit zu recht und ich liebte diese Hündin.

 

Ginger hat meine Zucht mit dem C-Wurf und 15 Welpen bereichert, das war eine grossartige Leistung! Und sie hat mir / meiner Zucht etwas sehr Gutes gegeben: Ruhe und Sanft. Das hat sie gut vererbt und das finde ich in  ihren Nachkommen immer wieder.

 

Über die Beiden könnte ich viele unterhaltsame Geschichten schreiben... Es wäre zu umfangreich. Wir waren auch erfolgreich bei den Ausstellungen und Coursing/ Rennen. Aber ist das jetzt wichtig?

 

Stattdessen einfach ein paar Fotos von den Beiden:

Aine - als Welpe und ich, im Jahr 2003 (leider keine bessere Bild - Qualität)

typisch Aine, 6 Jahre alt. Foto: M. Köppen

3 reife Damen: v.li. n. re. : Aine (11), Danuta (52), Ginger (10) im Jahr 2014

Ginger Kopf - Studie 2011, Foto: M. Köppen

Bein Mhor noch als Welpe

Bein Mhor McGrain Caoinlan 25.09.2006 - 04.10.2015

 

Mhor ist von uns sehr unerwartet gegangen. Sie kannte kein "dazwischen", für sie gab es alles oder nichts und das alles, tat sie immer extrem. Und so war auch ihr Tod: so plötzlich, dass man selber es nicht begreifen konnte.

Mhor war eine ganz spezielle Hündin, die aussergewöhnlichste von allen.

Ihr Gesicht und Ausdruck wird wohl niemand vergessen, der sie kannte.

 

Unter "Aktivitäten"/ "2014 Rückblick" finden Sie eine Rede für Mhor, die ich anlässlich ihres letzten offiziellen Laufes beim Coursing, geschrieben habe. So erfahren Sie auch mehr über sie und ihr Leben.

Mhor, über 8 jahre alt
Mhor den "Hasen" wegzunehmen war ein Kampf...
Sie hatte die schönsten Pfoten - DJA 2013
... und die besten und weissesten Zähne...

Bis irgendwann, meine "Kämpferin"...

Ganz junge Aiobgraine

Aiobgraine Caoinlan 08.04.2003 - 04.10.2013

 

Es ist immer schwer, wenn ein Freund geht... Für mich war der Abschied von Grain besonders traurig, sie hatte mich von ihrem ersten bis zum letzten Atemzug begleitet, im wahren Sinne des Wortes. 

Grain war der 2. Welpe meines ersten Wurfes und meine allererste selbstgezüchtete Hündin!

Es gibt viele schönen Fotos von ihr, von den Ausstellungen, Coursings und aus unserer Freizeit. Grain war eine lustige Hündin und mit allem was ihr begegnet ist, einfach nur zufrieden. Deswegen fand ich diese Bilderserie (auf den Fotos war sie 9 Jahre alt) zu ihr so passend:

 

"Es ist Frühling, lass uns wälzen!"

Meine Grain – 10,5 Jahre alt, fit, noch ohne Alterswehwehchen, lustig und immer hungrig, jeden Tag bei den grösseren Spaziergängen dabei und gelegentlich auch immer noch am Fahrrad trabend.


Sie starb 5 Tage nach der OP, aufgrund von Folgen der postoperativen Blutungen.


Das Einzige, was uns in der letzten Zeit „plagte“, waren die verlängerten Läufigkeiten mit der Tendenz zu immer kürzeren Intervallen dazwischen. Mit natürlichen Mitteln konnte ich es bis jetzt noch gut im Griff halten, ohne Entzündungen und immerhin mit 6- monatigen Pausen. Früher betrugen die Abstände 7-8 Monate .
Im August wurde Grain wieder läufig, diesmal waren es nur noch 5 Monate seit der letzten Läufigkeit. Der Verhalten der läufigen Grain war diesmal auch sehr ausgeprägt und irgendwie hatte sie nicht vor, dies zu beenden. Es zeigte sich ebenso eine leichte Tendenz zu Entzündung.
Es war also wahrscheinlich der Anfang einer Dauerläufigkeit (möglicherweise u.a..durch Ovarialzysten verursacht).
Ich kontaktierte (wegen der grossen Entfernung war dies leider nur per Email möglich) eine Tierärztin, die eine Spezialistin auf dem Gebiet der Andrologie ist und für mich DIE Ansprechpartnerin dafür. Als Züchterin bin ich dankbar, so jemanden zu haben, den ich fragen darf...
Ihre Empfehlung war – was ich mir auch schon gedacht hatte – die Kastration der Hündin, um diesen Status zu beenden und schlimmere Folgen der verlängerten Östrogenexposition zu verhindern (im späten Stadium führen diese zum Tod).


Für mich kamen für diesen Angriff nur 2 tierärztliche Praxen in relativer Nähe in Frage. Die eine war in dem Moment wegen Strassenbauarbeiten etwas umständlicher zu erreichen, so wählte ich die andere Praxis. Modern ausgestattet und ich wusste, dass sie gut operieren, zumindest hatte ich dort vor fast
genau 10,5 Jahren die Erfahrung gemacht: die letzten 4 Welpen meines ersten 14 - er Wurfes kamen dort zur Welt und das ging alles sehr schnell, sauber und gut. Auch der Tierarzt war immer noch der gleiche.
6 Tage vor der OP hatte ich dort mit Grain einen Termin, es wurde Ultraschall gemacht – eine leichte Veränderung (sehr kleine Zysten) und eine beginnende, offene Pyometra wurde diagnostiziert.
Es wurde das Blutbild und einige andere Blutwerte (Leber- und Nierenwerte, Eiweiss, Elektrolyte) direkt in der Praxis bestimmt. Alles, bis auf die Leukozyten (leicht erhöht, aber nicht verwunderlich bei der Entzündung in der Gebärmutter), war bestens.
Nun, in manchen Bereichen setze ich gerne dem Vertrauen noch ein wenig eigene
Kontrolle zu...
2 Tage später nahm ich bei Grain selber noch Blut ab und schickte es ins Labor, neben einem Blutbild und Leber- und Nierenwerte (die waren vergleichbar mit den in der Praxis gemachten) wurde noch die Thrombinzeit als einer der Gerinnungswerte gemacht und das war im Normbereich.
Die Blutungszeit habe ich zu Hause selber gemacht, dafür braucht man keine Reagenzen/ Geräte, nur eine MTA, die es durchführen und interpretieren kann. Auch dieser Wert war normal.
Warum ich so sensibel bei den Gerinnungsfaktoren war? Nicht, weil Grain früher Probleme hätte und nicht weil ihre Eltern Probleme hätten. Auch die Problematik des Fact.VII Deffizienz ist für uns nicht relevant. Bis auf einen Hund, den ich in meiner Zucht benutzt habe und der ein Träger des Deffizienz der Fact. VII ist, sind alle andere Hunde getestet und nicht damit belastet.
Allein aber die Tatsache, dass es bei Greyhounds, Deerhounds und IW's (bei anderen Windhunderassen weiss ich es nicht) zu kapillaren postoperativen Blutungen kommen kann (besprochen auf dem Deerhound Meeting 2012), war für mich Grund genug, zumindest diese Maßnahmen zu treffen.
Ich habe diese Problematik dem Tierarzt bei unserem Besuch in der Praxis 6 Tage vor der OP und noch am OP Tag (zur Sicherheit) erläutet.


Ich habe mittlerweile auch im Internet recherchiert und fand folgende Infos zu „von
Willebrand Syndrom“ bei Hunden. Die Tierklinik in Aachen beschreibt die leichte Form des Syndroms (Typ 1) bei einigen Hunderassen, u.a. ist der Greyhound und der Irish Wolfhound erwähnt. Der Deerhound ist zwar nicht erwähnt, aber...


Über Wikipedia kann man auch etwas zu der Diagnostik und der Therapie im Notfall
(keine Heilung) erfahren. Hier 2 Links zu dem Thema:
Tierklinik Aachen
Wikipedia
Ich habe Grain darauf nicht speziell untersuchen lassen, allerdings war das bei den
Deerhounds nie ein Thema. Ich habe aber auch nie Auffälligkeiten beobachten können, die auf einen Mangel des „von Willebrand“ Faktor hindeuten könnte. Sie hatte einmal Welpen gehabt, sie hatte im Laufe des Lebens Prellungen, offene Verletzungen (wie das so ist bei übermotivierten „Jägern“) erlitten und auch mehrmals Blut abgenommen bekommen.
Es zeigte sich nie eine Neigung zu Blutungen, Blutergüssen ect.
Die von mir noch 2 Tage vor der OP gemachte Untersuchung der Blutungszeit (welche bei v. Willebrand fast immer verlängert ist) war normal. So denke ich nicht, dass der in der Praxis aufkommende Verdacht (untersucht wurde es nicht) auf diesen Syndrom bei Grain zutreffen konnte.
Inzwischen hatte ich einen Emailkontakt mit der schon davor erwähnten Fachtierärztin, aufgrund der Tatsachen ist für sie ebenso eine wirkliche Gerinnungsstörung bei Grain weniger wahrscheinlich, als die Problematik aufgrund der verlängerter Östrogenexposition.
Aus dem Wurf, aus dem Grain stammt, wurden insg. 6 von 7 Hündinnen in Laufe der Zeit kastriert. 4 davon in Anöstrus, bei ihnen ist alles soweit gut verlaufen. Sogar bei meiner 9,5 jährigen Aine letztes Jahr, die zwar aufgrund einer geschlossenen Pyometra operiert werden musste, das allerdings erst 8 Wochen nach einer abgeschlossenen Läufigkeit. Die anderen 2 (darunter Grain) mussten aus dem gleichen Grund kastriert werden: Status einer Dauerläufigkeit, operiert also im Östrus. Die beiden schafften es nicht. Ist es möglicherweise also die Kombination Östrus/ Hormonstatus und die allgemeine Tendenz zu postoperativen Kapillarblutungen so ungünstig?
Wie auch immer – ich würde sagen, dass die Kastration einer Hündin in so einer Phase kritisch ist, auf der anderen Seite hat man kaum, bzw. keine andere Möglichkeiten.
Das heisst aber auch, dass so eine Patientin eventuell schon vor der OP speziell vorbereitet werden und nach der OP eine besondere Beachtung und Behandlung bekommen soll.
Ich recherchierte in der Literatur und im Internet: aufgrund der stärkeren Durchblutung in der Läufigkeit und der grösseren Blutungsneigung, wird empfohlen, schon vor der OP dagegen zu wirken und z.B. mit Desmopressin zu behandeln. Desmopressin ist ein synthetisches Eiweiss, der körpereigenen Vasopressin fast gleich. Dieses Mittel wird tatsächlich u.a. nach Bedarf (Verletzungen mit Blutungen) bei „von Willebrand“ Syndrom eingesetzt. Da es bei solchen Fällen besonders zu Blutverlusten (wenn auch leicht) kommen kann, ist eine intensive Betreuung und Infusionen nach der OP ein „Muss“. Es ist in solchen Fällen also nicht – wie manche Tierärzte es behaupten – eine Routine. Das ist natürlich meine Meinung, aber die zwei erlebten und traurigen Fälle zeigen es auch!
Im Zusammenhang mit Grain's Tod, bzw. einige Tage danach wurde mal gesagt
(Fachleute):
„eigentlich war sie nach der OP eine Intensivpatientin... Aber irgendwann ist das nicht mehr zu bezahlen...“
Bei diesem Satz musste ich schlucken. Wer möchte es schon bewerten und beurteilen, was bezahlbar ist und was nicht und was wichtig und wertvoll ist und was nicht? Ein anderer (auch aus dem Fachleutekreis) meinte, es sollte in dem Fall nicht zu schade sein, so einen Patienten aus der Praxis – die eindeutig nicht in der Lage ist, so ein Tier weiter zu behandeln - in die Klinik zu überweisen.
Meiner Grain hilft das alles nicht mehr, die Erfahrungen aber bleiben und diese möchte ich nicht nur für mich behalten.

Manchmal, wenn man in einer kritischen Situation mittendrin ist, kommt man sich etwas hilflos vor und das Denken an noch alles Mögliche ist auch ggf.
nicht gegeben. Man bekommt vielleicht in dem Moment keine andere Wahl, wo es doch eine andere wäre...


Nun aber möchte ich die Zeit vom Montag dem 30.09.13 (OP Tag) bis zum Freitag, dem 04.10.13 (Todestag) beschreiben. Es kostet mich jedes Mal sehr viel Kraft, die Zeit zurück zu drehen und die Tage und Nächte nochmal zu „erleben“. Andersrum habe ich das Gefühl, erst wenn es in dieser Form raus ist, kann ich es vielleicht für mich und Grain abschliessen. Und schliesslich schreibe ich es auch für Sie, einfach zum Nachdenken, sollten Sie irgendwann Ihren Hund operieren lassen müssen.


Montag 30.09.13, 8:00Uhr:
in der Praxis eingetroffen, Formalitäten unterschrieben und Grain zum Vorbereitungsraum begleitet.
Die Arzthelferin fragte, ob noch zusätzlich etwas gemacht werden soll, wenn sie schon in Narkose ist, z.B. Zahnstein entfernen?
Meine Antwort: nein, danke, sie hat keinen Zahnstein... und mein Gedanke: konzentrieren Sie sich nur auf das, weswegen sie operiert wird, das ist schon aufwändig genug!


Ich blieb im Wartezimmer sitzen.
Auf dem grossen Bildschirm lief immer wieder Werbung, dass die Ernährung des Tieres so wichtig für seine Gesundheit ist und dann die Empfehlungen von allen möglichen Futterhersteller (Fertigfutter, versteht sich), für jedes Wehwehchen gibt das Passende, ganz nach dem Motto: "Für jede Krankheit hat die Natur ein Kraut geschaffen".
Zwischendurch andere Werbung, die die Vorzüge einer ganz frühen Kastration, bei den Hündinnen am besten noch vor der ersten Läufigkeit, schmackhaft machte. Keine Blutflecken im Haus, kein Risiko für Gebärmutter – und Gesäugekrebs, bei den Rüden keine Probleme mit Dominanz.
Ich möchte jetzt gerne zynisch sein und als Züchterin einen „Vorschlag“ machen:
Wie wäre es, wenn man die Welpen nach der X-Wurmkur und bei der X-Impfung und chipen gleich mit einem „Abwasch“ doch kastriert. Eine „Kleinigkeit“, die routinemässig nebenbei gemacht wird... So bekommt der künftige Besitzer einen Welpen mit „rundum Paket“, dazu ein passendes Trockenfutter – für ein gesundes und langes Hundeleben.
Die letzten Zeilen haben mit Grain's OP nichts zu tun (eher mit dem Ort des Geschehens), mir ist es aber so im Kopf geblieben, dass ich es erwähnen muss und will.


Die OP verlief – nach Aussage des Tierarztes - gut, keine Auffälligkeiten. Die entfernte Gebärmutter konnte ich begutachten: es sah nicht so schlimm aus als ich erwartet habe.
Grain kam recht schnell auf die Beine, versorgt mit Antibiotika und Novalginspritze waren wir 3 Stunden später (11:00 Uhr) wieder zu Hause. Grain hat sich hingelegt und ruhte aber...Irgendwie breitete sich bei mir eine gewisse Unruhe aus. Ich hatte das wachsende Gefühl, es stimmt etwas nicht. Grain war bei einem Versuch aufzustehen und im Garten ihr Geschäft zu machen, recht wackelig auf den Beinen und meiner Meinung nach waren die Schleimhäute etwas zu blass, im Liegen war
es besser. Die Körpertemperatur ist sehr deutlich unter 37 Grad gesunken.
Aufgrund dessen rief ich den Tierarzt an. Seiner Meinung könnte nach der OP so etwas vorkommen, aber sollte mich das beruhigen, dann bitte nochmal in die Praxis kommen, was ich auch sofort tat.
Es wurde Ultraschall im Stehen gemacht, etwas freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle war zu sehen, laut Tierarzt, nicht so schlimm, wäre das Bild so im Liegen, dann müsste man sich Gedanken machen.
Ich habe betont, dass mir der Zustand meiner Hündin nicht gefällt. Schliesslich kennt man doch das eigene Tier!!
Ich sollte trotzdem heimfahren und erst mal abwarten. Die paar Meter zum Auto haben dafür gereicht, dass aus der Wunde plötzlich frisches Blut lief. Ich kenne kleine Nachblutungen aus einer OP Wunde, die harmlos sind, nur das hier war es für mich etwas anderes!
Zurück in die Praxis, erneut Ultraschall im Liegen diesmal und : das gleiche Bild!!!
Grain wurde "Vitamin K" gespritzt und ich sollte mit ihr nach Hause fahren.


Und hier ist - meiner Meinung nach - der grösste Fehler passiert, weswegen Grain  es schlussendlich nicht schaffte! Ich sollte mich nicht heim schicken lassen und vor allem aber der Tierarzt durfte mich mit dem offensichtlich blutenden Hund nie nach Hause schicken sollen.

Wissen kann ich es nicht, bin mir aber recht sicher, dass wir Grain wieder in Ordnung bringen könnten, hätten wir in dem Moment angefangen sofort zu handeln und sie intensiv betreut, ggf. auch in einer Klinik.


Zu Hause angekommen, wirkte Grain nur noch müde und lag / schlief relativ ruhig. Ich habe sie immer wieder kontrolliert und plötzlich – etwa 4 Stunden später – entdeckte ich eine kleine, frische Blutpfütze unter der OP Wunde. Als Notfall (da mochte ich nicht weiter diskutieren) trafen wir um kurz nach halb zehn abends in der Praxis an – zum dritten mal an dem Tag!
Dienst hatte eine Ärztin, die ich gar nicht so schlecht fand. Sie hat schon etwas in die Wege geleitet, so dass wir eine weitere Stunde später in einer Apotheke das Medikament „Desmopressin“ (davor schon erwähnt) abholen konnten. Inzwischen lief eine Infusion und das erneut bestimmte Blutbild sagte uns, dass es etwa mehr als 1/3 des Blutes (im Vergleich zum Befund vor der OP) verloren gegangen ist. Und aus der Wunde blutete immer noch...
Das Medikament „Desmopressin“ konnte und durfte nur langsam i.V. gegeben werden, Grain wurde etwas unruhig, hatte doch Auswirkung auf den Kreislauf.

Wir haben es trotzdem geschafft und nach und nach hörte auch das Bluten
auf.
Es war nach Mitternacht und es wurde entschieden, dass Grain nicht transportiert wird, sondern einfach ruhen soll, was ich auch richtig fand. Das einzige was mir gar nicht passte, ich wurde nach Hause geschickt und die Tierärztin wollte 2 Stunden später nach der Grain schauen. Das heisst, sie wurde diese Zeit alleine gelassen! Aber ich hatte keine andere Wahl, oder meinte zu dem Zeitpunkt keine zu haben. Um kurz vor halb drei in der Nacht wurde ich angerufen, dass es alles gut
aussieht. Eine enorme Erleichterung!


Dienstag 01.10.13
In der Früh wurde erneut das Blutbild bestimmt, verbessert hat es sich nicht, was man natürlich auch so schnell nicht erwarten kann. Aber es wurde nicht schlechter.
Die Tierärztin empfahl trotzdem eine Bluttransfusion (was mir auch sinnvoll erschein), so dass ich in die Praxis gleich mit Ginger - die mir vom Gefühl am geeignetesten für eine Blutspende erschein - fuhr.
Grain hatte davor nie eine Transfusion bekommen, so war diese erste Blutgabe
unproblematisch.
Das verlief gut, sowohl für Grain wie auch für die tapfere Ginger, hatte sie doch eine gute Menge Blut abgezapft bekommen.
Grain sollte danach noch etwas in der Praxis auf der „Station“ ruhen, was so weit in
Ordnung war. Die letzte 24 Stunden waren für mich schon eine psychische Strapaze, so dass ich nicht die Kraft hatte, mich dagegen zu wehren, als mir verweigert wurde, den Platz auf der „Station“ wo Grain lag, mir kurz anzuschauen. Grund: „das sind noch andere Tiere“.
Abends durfte ich mein altes Mädchen endlich abholen. Sie hat auch zu Hause etwas fressen wollen, ich hatte wirklich Hoffnung, dass wir es schaffen.
Allerdings war es mir sehr klar, dass das viele Blut, was im Körper sich ausser den
Gefässen befindet, abgebaut werden muss. Und hier sind die innere Organe (Leber, Nieren) gefragt.


Mittwoch 02.10.13
nochmalige Kontrolle in der Praxis, das Blutbild wurde ganz wenig besser. Aber mir kam die Grain schlechter drauf wie an dem Tag zuvor. Das teilte ich auch dem Tierarzt mit.

Abwarten und vielleicht mit frischem Fleisch erst füttern... die Empfehlung kam so schüchtern, als wenn es eine in dem Fall absolute Ausnahme sein sollte. Diesen Tipp brauchte ich nicht, ein Hund bekommt bei mir selbstverständlich Frischfleich als „tägliches Brot“!
Eine weitere Empfehlung: nach Möglichkeit auch keine weitere Medikamente
verabreichen. Ich vermute, dass die Problematik mit der Leber und Nieren Belastung auch dem Tierarzt klar war.
10 Tage später sollte ich zum Fädenziehen kommen.


Am Mittwoch Abend bekam Grain Fieber, 40 Grad, wobei der Körper sich nicht warm anfühlte. Ich gehe davon aus, dass es eine Reaktion auf das freischwimmende Blut in der Bauchhöhle war.
Den Tierarzt habe ich darüber informiert, Grain sollte doch nun oral Antibiotikum bekommen und auf meine Frage wegen Infusionen wurde gesagt, sie wären nicht notwendig.
So saß ich zu Hause neben meinem Grainchen und war nicht mehr so hoffnungsvoll.
Der Fieber ging nicht herunter, sie hatte das Antibiotikum im Magen nicht unbedingt
behalten wollen.


Donnerstag 03.10.13
Ich entschloss mich, ihr Infusionen zu geben (zum Glück kann ich es selber geben), weil mir das als logischste auf der Welt erschien.  Zudem bekam sie Leber - und Nieren unterstützende Naturheilmittel und etwas Fiebersenkendes - und Entzündungshemmendes, ebenso Naturheilmittel.

Das tat ihr offensichtig gut und war auch sinnvoll, um sie zu unterstützen und wieder "auf die Beine" zu bekommen, allerdings hätten wir die Tage davor doch nötig die Notfall - Medizin gebraucht!

Der blau - schwarzer "Fleck" am Bauch (Bluterguss) war allerdings sehr gross, die
Innenseite der Oberschenkel, der ganze Bauch bis hinter das Herz hatte die Haut diese Farbe. Unter der Haut konnte ich das viele, „freie“ Blut ertasten.
Grain ist aber immer brav in den Garten gegangen um Wasser zu lassen. Vor 4 Tagen sah sie noch so kraftig aus und nun war sie so wenig geworden... Das tat mir weh.
Ab Spätnachmittag wurde der abgesetzte Urin immer dunkler.


Freitag 04.10.13
Keine Änderung/ Besserung, dafür zusätzlich immer wieder Erbrechen, Schleim mit ein wenig Gallenflüssigkeit. Die Schleimhäute waren aber immer noch rosafarbig, nicht gelb.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, und die Tatsache, dass sie nach der OP schon den 5.ten Tag geschafft hat und auch früher immer über eine enorme eigene Heilungskraft verfügte, brachte mich dazu, nicht aufzugeben und sie weiterhin intensiv zu pflegen.
Erst spät abends, so gegen 22:00 Uhr als ich ihr eine weitere Infusion anhängen wollte, schaute sie mich ganz wach an, und in dem Moment wusste ich, dass ich nichts weiter tun soll. Einfach so.
Nun saß ich neben ihr, sie war ruhig, ich war ruhig. Mich versorgte ich mit „Rescue“ Tropfen und Grainchen mit „Gorse“. Ich habe losgelassen und sie so zu sagen „entlassen“, damit sie friedlich geht.
Kurz vor 23:00 Uhr ist sie ohne zu kämpfen und Angst zu haben, friedlich gegangen.


Mein grosses Bärchen....Gute Reise, bis irgendwann!


Was mir noch lange Zeit nach Grain's Tod keine Ruhe und kein Frieden gegeben hat, ist die Gewissheit, dass es nicht so ausgehen musste und das Gefühl, dass auch Grain es lange, bis kurz vor dem Tod, nicht verstanden hat, dass ihr so etwas passiert ist.

 

27.12.2013

Noch ein kleiner Nachtrag:

die Gefahr der möglichen Blutungen (die immer wieder und bei jedem auftreten können) hat mich sehr beschäftigt, genauso wie die Problematik der hormonellen Störungen und Gebärmuttervereiterungen bei älteren Hündinnen.

Bei dem 2. ten Problem bin ich immer noch am überlegen und suchen, warum es so ist und auch vermehrt auftritt.

Zu den Blutungen: möchte ich 2 biologischen Mittel, die wohl sehr gut wirken sollen, hier aufschreiben. Diese Infos bekam ich aus Kanada und suchte danach im Internet.

Sangostyptal - homöopathisches Mittel, hier gut beschrieben.

Yunnan Baiyao - chinesische Kräuter, leider nur im Ausland zu bekommen, aber man kann es bekommen.

 

Nanali (Catherine v.d. Oelmühle) und Bobi (Irish Dreams Bo) sind meine ersten Deerhounds gewesen.

Beide übernahm ich aus zweiter Hand.

Nanali war sicher nicht perfekt, aber sie war witzig.

Bo - war meine sehr grosse Liebe! Sie ist die Gründerin meiner Zucht.

Beide starben in demselben Jahr: Nanali im Juni und Bo im August 2009. Nani wurde fast 13, Bo fast 12 Jahre alt.

links: Nanali, rechts: Bo